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Soziale Gerontologie die Stellung der Senioren in der Gesellschaft

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8.2.           Politische Präferenzen und Einstellungen

Repräsentation oder Partizipation

Zur Erklärung des politischen Verhaltens von Gruppen, die sich nicht ihrem demographischen Gewicht nach engagieren, wird von den Politikwissenschaftlern die „Repräsentationsthese“ genannt. Diese besagt, dass der Verzicht auf aktives Engagement ein prinzipielles Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit der repräsentativen Demokratie, welches durch Stimmen bei Wahlen ausgedrückt wird, zeigt. Nach dieser These ist es also nicht notwendig, dass eine Wählergruppe, ihrem demographischen Gewicht zufolge, selbst in politischen Organisationen vertreten sein muss, damit ihre Interessen gewahrt werden. Das Szenario, dass unterrepräsentierte Gruppen protestieren indem sie radikale Gruppen wählen, trifft deutlich stärker auf Jugendliche als auf Senioren zu. Die Erfüllung der Repräsentationsthese besagt jedoch keinesfalls, dass die jeweilige Gruppe zur Gänze zufrieden ist, da zum Beispiel die Senioren Mängel in der Vertretung ihrer Interessen sehr wohl wahrnehmen.

8.3.           Alte und neue Formen der Alterspolitik

8.3.1.     Der Alterspolitische Aktivismus

Die große Mehrheit der älteren Generation folgt nach wie vor einem konventionellen Modell politische Partizipation (zum Beispiel hohe Wahlbeteiligung). Die politische Aktivbürgerschaft der Senioren erfasst zwar sicher nur Minderheiten, ist aber dennoch in den letzten zwei Jahrezehnten zahlenmäßig stärker, und politisch einflussreicher geworden. Am Anfang der 70er Jahre wurden auf kommunaler Ebene die ersten Seniorenbeiräte gegründet, wodurch älteren Bürgern Mitsprache in sozialen Belangen ermöglicht werden sollte. Seit 1975 machten dann die „Grauen Panther“, als erste politische Selbstorganisation aktiver Alter, mit einigen Aktionen auf sich aufmerksam. Seit Ende der achtziger Jahre entwickelten sich auch in Parteien und Gewerkschaften ein deutlich stärker formuliertes altenpolitisches Interesse, wodurch eine politische Tendenz zu beobachten ist, welche man als „altenpolitischen Aktivismus“ bezeichnen kann. Damit ist gemeint, dass ältere Personen politisch selber aktiv werden. Hierzu werden ca. 2,4 Millionen Menschen im westlichen Teil Deutschlands gezählt.

 

  
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