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Soziale Gerontologie die Stellung der Senioren in der Gesellschaft

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8.5.           Droht ein Krieg der Generationen?

Der Kampf um politische Macht zwischen den „Generationen“ wird nicht seiner selbst willen geführt. Dieser zielt viel mehr auf die Verteidigung der knappen gesellschaftlichen Ressourcen ab. Neben diesem Verteilungskonflikt gibt es allerdings noch eine zweite Dimension, nämlich den Konflikt um das, was gesellschaftlich erstrebenswert, legitim und sinnvoll ist.

      Gerade in Deutschland war der Gesellschaftsvertrag immer auch in wesentlichen Zügen ein Generationenvertrag. Die Pensionsreform von 1957 (in Deutschland) brachte den Höhepunkt und Schlussstein der sozialpolitischen Entwicklung im westlichen Nachkriegsdeutschland. Der Wahlsieg Konrad Adenauers im Jahre 1957 war eine Bestätigung für diese Reform. Heute stellt sich die finanzielle Lage für Senioren wesentlich günstiger dar als noch in den 60er Jahren. Damals war das Durchschnittseinkommen im Alter wesentlich geringer als im erwerbstätigen Lebensabschnitt.

      Der kulturelle Konflikt zwischen den Generationen hat sich in Deutschland, wie auch in anderen westeuropäischen Ländern, in den sechziger Jahren entzündet. Diese Zeit war die Zeit der Studentenbewegungen, oder der „68er“. Das Ergebnis dieser „Aufstände“ führte zu einer politischen und wirtschaftlichen Modernisierung. Die Werte von Jugendlichkeit, Experiment und Veränderung erhielten ein neues Gewicht. Inzwischen ist der kulturelle Konflikt zwischen den Generationen von der öffentlichen Bühne verschwunden.

      Die Verteilungsprobleme sind allerdings real und sie werden sich im Zuge der demographischen Veränderung noch weiter verschärfen. Das Ziel der Sicherung des Lebensstandards im Alter auf einem ausreichenden Niveau kann deshalb nur erreicht werden, wenn genügend Seniorenvertretungsleistungen gebracht wurden.

Im Gegensatz zu dem von mir behandelten Generationskonflikt gibt es aber auch starke Solidaritätsbeziehungen, die das Konfliktpotential zwischen den Generationen verringern. Politik in einer alternden Gesellschaft ist Politik für alle Lebensalter, und sie muss die bestehenden Solidaritätsbeziehungen zwischen den Altersgruppen und Generationen aufnehmen. Diese Solidarität ist ein Kapital, das nicht verschleudert werden darf.

  
Grundriss Gerontologie: Gerontologie - Einführung und Geschichte: Grundriss Gerontologie - Bd.1
von Vera Heyl,
Hans-Werner Wahl
Siehe auch:
Psychologie des Alterns
Grundriss Gerontologie: Psychologische Grundlagen...
Lebensphase Alter: Eine Einführung in die s...
Gerontologie: Medizinische, psychologische und...
Altern und Alter: Ein interdisziplinärer Studi...
Grundriss Gerontologie: Demenzielle Erkrankunge...
 
   
 
     
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