|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 311020374X ISBN: 311020374X ISBN: 311020374X ISBN: 311020374X | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1929 betrug die Invalidenrente nun 413RM, das Zweieinhabfache, die Witwenrente das Dreieinhalbfache, und die Waisenrente das Fünffache der Vorkriegszeit, aber die Fürsorgeunterstützung und die Invalidenrente waren weithin die unpopulärste Sozialversicherung. Durch die 1929 eingetretene Weltwirtschaftskrise kam es zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosen, wodurch die Einnahmen der diversen Versicherungsmodelle ab 1930 stetig sanken, und die fälligen Renten immer mehr zunahmen. Dadurch kam die Rentenversicherung an den Rand des Ruins. Parallel dazu stieg immer mehr die Bedeutung der Fürsorge. In der Weimarer Republik war die Thematisierung der Altersfrage eine andere als im deutschen Reich, da weniger die Gefährdung der Proletarier , als die Existenz der bürgerlichen das Problem darstellte. Die 1,7 Millionen Kriegstoten, und 4,2 Millionen Verletzten des 1. Weltkrieges stellten auch einen erheblichen Einschnitt in die Kindererwartung. Zu dieser Zeit wurde auch erstmals eine demographische Krise erkannt und thematisiert. Durch den entstandenen Wandel des Armenwesens war plötzlich auch eine massive staatliche Verantwortung für ganze Personengruppen (Hinterbliebene, Sozialrentner, Inflationsgeschädigte) ein ausschlaggebender Faktor. Diese Gruppen sahen ihre Bedürftigkeit als vom Staat verschuldet an, und stellten daher auch massive Sozialpolitische Ansprüche, wodurch dafür eigene Organisationen gegründet wurden. Es kam aber nicht zu einem eigenständigen Entschädigungssystem, sondern diese Gruppen wurde der Fürsorge zugesprochen. Durch die demographische Sicht erschienen alte Leute erstmals als Problemfaktor. 1928 wurde von Wolhelm Polligkeit, dem Vorsitzenden des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, eine Denkschrift veröffentlicht, um eine grundsätzliche Neuordnung der Sozialfürsorge zu erreichen. Dessen Forderungen wurden jedoch erst in den 50er Jahren umgesetzt. In der Weimarer Republik wurde das Alter nicht als sozialpolitische Herausforderung, sondern als Last angesehen. Die Alten und Sozialversicherungen waren geprägt von der Ansicht, dass die aus der Produktionsgemeinschaft ausgeschiedenen, hinter den Produzenten und Zukunftshoffnungen zurückbleiben müssen. 5. Sozialpolitik für das Alter im Nationalsozialismus Das Rentenniveau wurde auf dem Stand der Krise eingefroren. Dadurch wurde die Öffentlichkeit mit einem Fehlbetrag von 12 Milliarden Mark in der Arbeiterversicherung erschreckt. Das schloss natürlich eine Anhebung des Rentenniveaus aus. Das Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Invaliden vom 7. Dezember 1933 zielte weiterhin auf die finanzielle Sanierung der Invalidenversicherung durch einfrieren des Rentenniveaus, und durch Kürzung neu festzusetzender Renten. Kennzeichnend für die Leistungen der Sozialversicherungen während des Nationalsozialismus ist jedoch, dass diese für die Politik funktionalisiert wurden. Durch das Gesetz vom 23. Dezember 1936 wurden, im Falle von staatsfeindlicher Betätigung, die Renten nicht ausbezahlt. Der individuelle Konsum wurde aufgrund von staatlicher Rüstung niedrig gehalten. Bezogen auf die gesetzliche Alterssicherung kam es bis 1938 zu einer größeren Leistungsverschlechterung als die im Krisenjahr von 1932. 1932 betrug die durchschnittliche jährliche Höhe einer Invalidenrente 400RM, im Jahre 1938 nur noch 372 RM, wogegen die Angestelltenrente im selben Zeitraum von 730RM auf 878RM angestiegen war. Die Rentenkürzungen aus der Zeit der Notverordnungen wurden erst 1941 beseitigt. Diese Verbesserungen waren jedoch nur Bestandteil der prophylaktischen Krisenpolitik, und waren nur Mittel zur autoritären Stabilisierung des Reiches. Das 1937 erlassene Gesetz zum Ausbau der Rentenversicherung berechtigte alle deutschen Staatsbürger bis zum vollendeten 40. Lebensjahr freiwillig zur Rentenversicherung beizutreten. 1941 wurde die Krankenversicherungspflicht für Rentenbezieher eingeführt.
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< First < Previous Index Next > Last >>| | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Back to the topic site: StudyPaper.com/Startseite/Gesellschaft External Links to this site are permitted without prior consent. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Home | deutsch | Set bookmark | Send a friend a link | Copyright © | Impressum | ||||||||||||||||||||||||||||||||||